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Die Mohrenwirtin
Ausserferner Eigenart
 
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  Wolfgang A. Ruepp
Am Steinbruch 6
6600 Reutte
Österreich
 
 
 
Buch: Die Mohrenwirtin
Erschienen ist das Buch 'Die Mohrenwirtin' im Jahr 2002 im Eigenverlag.
Auflage: 500Stk
Preis: 13,90€
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Der Autor stellt ihnen folgende Kapitel als Leseprobe zur Verfügung:




Die Mohrenwirtin - Titelbild
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Vorwort
„Zum 95. Geburtstag von Hildegard Ruepp geb. Rofner erscheint dieses Büchlein.
Am 26. Januar 1907 wurde sie in Inzing als uneheliches Kind geboren. Hin- und hergeschoben fand sie bei der Familie Melauner am Ort ihre Zieheltern.
Was sollte der jungen Hildegard für eine Zukunft beschieden sein? Als junge Frau kam sie als Hausmädchen nach Reutte zur Familie Stern. Dr. Stern, Rechtsanwalt, später Vizebürgermeister, einflussreiche Persönlichkeit im Reuttener Kommunalleben, hatte ein Kindermädchen gesucht und nahm das herzliche, junge Mädchen aus Inzing auf.
Der Wirtssohn und spätere Bürgermeister Johann Ruepp aus Reutte heiratete die junge Hausgehilfin, nachdem sie bereits drei uneheliche Kinder von ihm bekommen hatte. Er machte sie zu seiner Ehefrau, zur fünffachen Mutter und zur Wirtin des Gasthofs „Mohren“ in Reutte.
Hilda entwickelte sich zu einer außergewöhnlichen Frauengestalt und ist als solche vielen in Erinnerung. Die Überwindung aller Widerstände vor Eintritt in die Ehe, Pacht, Konkurs, Kauf und Führung des Gasthofs „Mohren“ in Reutte in einer Großfamilie, in Jahren kriegerischer Umbrüche, das Umsorgen einer Familie zeugen von Kraft, Mut, Ausdauer, Großherzigkeit und Selbstbewusstsein.“
Die Versteigerung des „Mohren“-Anwesens
Der Tag der Versteigerung ist da, der 10. Juni 1933, ein Schicksalstag in der Geschichte des „Mohren“. Einige Grundstücke und das in Ruepp'schem Besitz befindliche Nachbarhaus mit Nr. 49 finden Bieter, nicht aber das Gasthaus selbst. Gundas und Genas Bürgschaftsgläubiger können nicht befriedigt werden. Die Anwälte finden eine Lösung durch die Übernahme von Gundas Anteilen durch Karl. Zu einer ähnlichen Lösung mit Gena kommt es nicht mehr, da Karl offenbar über Einflussnahme seines Schwagers Kustatscher nicht mehr den geforderten Betrag übernehmen will. Der Einfluss Kustatschers ist groß. Er legt mit Dr. Kerber die Ausrufspreise für die Versteigerung fest. Er jagt den Hans mit seiner Familie 1933 aus dem „Mohren“. Mit ihren Betten und den Bettstättchen ihrer vier Buben müssen sie gehen, das Gratl-Haus und später das Scheucher-Haus in der Allgäuer Straße sollen ab jetzt ihr Zuhause sein.
Die Mohrenwirtler in der Allgäuer Straße
Was soll jetzt werden? Hilda ist besorgt. Vier hungrige Buben müssen jeden Tag satt werden. Doch sie hat in ihrer Kindheit gelernt, mit sparsamsten Mitteln zu haushalten. Hans findet schnell Arbeit. Im Metallwerk braucht man einen zuverlässigen Boten. Schnell geht es wieder aufwärts bei den ausgesiedelten „Mohrawiartlarn“.
Neben seiner Arbeit im Metallwerk betreibt er seine kleine Spedition und hält sich später Schweine. Die Arbeit der langen Tage und der kurzen Nächte macht ihn müde. Aber Hilda ist glücklich, Zeit für ihre Buben zu haben. Jetzt kann sie ihren Söhnen das sein, was sie ihnen in den ersten Wochen und Monaten nicht sein konnte: eine umsorgende, liebende Mutter. Zwar ohne Geld, aber eine Familie. Und später einmal wird sie diese Zeit als „die schönsten Jahre ihres Lebens“ bezeichnen.
Hilda als Gattin des Bürgermeisters von Reutte
Am 15. Oktober 1957 wird Johann Ruepp mit 53 Jahren zum Bürgermeister von Reutte gewählt. Ihm gelingt ein Kunststück. Mit den Stimmen der mandatsstärksten SPÖ-Fraktion im Reuttener Gemeinderat wird er zum Bürgermeister gewählt. Die Franziskaner schreiben in der Klosterchronik dazu: „Seine Wahl war wohl ein Kunststück eigener Art, da er als ÖVP-Mann mit 5 Stimmen der SPÖ und nur 3 ÖVP-Stimmen gewählt wurde.“ Dies war überraschend. Nach der im Jahre 1956 durchgeführten Gemeinderatswahl waren nämlich die drei Listen „Vereinigte Bürgerliste Reutte“, „Mittelstandsliste der Bürger, Landwirte und Eingeforsteten“ und die „ÖVP-Liste der Arbeiter, Angestellten und Beamten“ als Wahlgemeinschaft aufgetreten. Sie hatten damals mit vereinten Kräften Dr. Josef Wagner von der „Vereinigten Bürgerliste Reutte“ zum Bürgermeister gewählt.
Jetzt steht die Bürgermusikkapelle für ihren ehemaligen Trommler Hans bereit. Viele Neugierige sind gekommen, die dem neu gewählten Bürgermeister zujubeln. Der Marsch „Aller Ehren ist Österreich voll“ erklingt. Hans ist freudig gerührt, als er auf die Kapelle zuschreitet und sich der Bevölkerung vorstellt.
Was muss in Hilda vorgegangen sein, als an diesem Dienstagabend der „Papa“ mit Marschmusik und Glockengeläute von einer großen Menschenmenge nach Hause zum „Mohren“ begleitet wird. Sie war ja nie stolz, jedenfalls zeigt sie ihn nie, ihren Stolz. So wird sie ihn auch diesen Moment wohl mit innerer Freude getragen haben. Lieber wäre ihr ja gewesen, hätte ihr Hans die ganze Politik überhaupt gelassen. Denn wem bleibt die Arbeit, wenn er nicht im Wirtshaus ist? Mit ihrer weißen Schürze geht sie zur Eingangstür des „Mohren“, wo sich alles drängt, um den neuen Bürgermeister, den Mohrenwirts-Hansl, zu begrüßen.
Hermann und Elsi kaufen den Gasthof „Mohren“
Besitzer des „Mohren“ ist also ab 1964 Hermann, geführt wird der „Mohren“ von Hilda gemeinsam mit ihrer Tochter Margarete, die im selben Jahr heiratet. Hermann und Elsi haben alle Schulden übernommen, auch jene im Testament von Hans festgehaltenen Erbteile seiner Geschwister. Aber vom „Mohren“ hat er bisher nichts.
Hilda führt das Haus mit großer Umsicht. Margarete ist neben ihr die geborene Wirtin. Ihr Gatte Heinz soll auch den Einstieg ins Gastgewerbe finden.
Lediglich einen Stempel lässt Hermann anfertigen. „Gasthof Mohren“ und „Hermann Ruepp“ steht oben. Er ist jetzt der eigentliche Mohrenwirt, was er nie sein wollte. Elsi ist immer zur Stelle, wenn man sie braucht. Sie wohnt mit ihrer Familie einen Steinwurf weit im Hinterhof im neuen Haus, das sie sich mittlerweile mit Hilfe von Elsis Vater, dem Maurer Max Wörle aus Unterletzen, gebaut haben. Hermann arbeitet neben seiner Frächterei im Hof und im Stall. Gerne trifft er sich mit seinen Watterfreunden am Wochenende. Der Stall, der Hof, der Stadel, da ist er daheim, da fühlt er sich wohl. Ob genug Bierfässer im Bierkeller sind, darum kümmert er sich, und die leeren „Fläschla“, die verräumt ER. Er schaut, dass alles läuft.
 
 
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